Sopron-Mudis, die "S-Klasse"
Sopron-Mudis

Kurzfassung:
Sopron ist eine Stadt im Nord-Westen Ungarns und erreichte im Jahr 2006 in der Hundewelt eher traurige Berühmtheit: nachdem 2 Frauen auf der Suche nach ihrem Hund ein großes Grundstück entdeckten, auf dem zahlreiche Hunde unter schrecklichen Bedingungen gehalten wurden, kam eine bis dahin einmalige Tierschutzbewegung in Ungarn auf. Denn nachdem die beidem Tierfreundinnen sich an öffentlicher Stelle beschwert hatten, sahen die Behörden zunächst keinerlei Handlungsbedarf. Daraufhin wurde die Öffentlichkeit mit Hilfe der Presse mobil gemacht und es konnte erreicht werden, daß das besagte Grundstück im März 2006 geräumt wurde. Die dort lebenden 208 Hunde wurde beschlagnahmt und nach erster tierärztlicher Notversorgung gechipt, fotografiert und registriert in ganz Ungarn auf sämtliche Tierheime verteilt. Der Besitzer (nennen wir ihn doch mal Herrn Ö.) wurde angezeigt, jedoch dauerte der Prozess insgesamt über ein Jahr, in dem die Tiere nicht weiter vermittelt werden durften. Leider hatte der Angeklagte tatsächlich “Gutachter” (darunter anerkannte Züchter und Tierärzte), die zu seinen Gunsten ausgesagt haben und den Vorwurf der Tierquälerei ins Wanken brachten. Kurzfristig sah es im November 06 sogar aus, als würden die Hunde ihrem Besitzer zurückgegeben werden. Glücklicherweise kam es nicht dazu und er wurde sogar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und zu einer Geldstrafe. Seit Ende April 2007 sind die Hunde freigegeben. Für ungarische Verhältnisse war dies ein Meilenstein im Tierschutz!

Ö. war in früheren Jahren ein FCI-anerkannter Züchter, jedoch hatte er wohl seine Zulassung aus ähnlichen Gründen verloren. Das hinderte ihn aber nicht an der Massenvermehrung, die er auf seinem Grundstück unter dem Deckmantel der “Neuschaffung” einer “perfekten ungarischen Hunderasse” abhielt. Zum einen kreuzte er vornehmlich Mudis mit anderen ungarischen Rassen wie häufig dem Magyar Agar - daraus entstand dann der “Mugar” - und zum anderen versuchte er den Farbschlag “Cifra” (Merle) erbrein zu machen. Das heißt, er hat sehr viel Inzuchtverpaarungen vorgenommen und nicht zuletzt deshalb fand man ca. 60 tote Welpen in Tiefkühltruhen. Daß es bei der Masse von Hunden nicht mehr möglich ist, auch nur annähernd artgerechte Haltungsbedingungen zu erfüllen, dürfte auf der Hand liegen. Teils wurden die aggressivsten Hunde an kurzen Ketten festgebunden, teils in zwingerähnliche Verschläge gesteckt. Tote Körper lagen in allen Verwesungsstadien auf den Hüttendächern, im Dreck oder in Fässern. Verschimmeltes, kaum identifizierbares Futter war überall zu finden. Die Hunde waren teilweise absolut schutzlos allen Witterungsbedingungen ausgeliefert und natürlich vielfach schrecklich krank und unversorgt.
Selbst wenn Verletzungen und Entzündungen ausheilen können - was bleibt ist die Angst der Hunde! Mangels entsprechender Sozialisierung auf Menschen und diverse Umweltreize, bestehen bei allen Sopron-Hunden unterschiedlich große Defizite im “normalen” Leben. Die wenigsten Tiere haben jemals etwas anderes als dieses Grundstück gesehen oder auch nur andere Menschen kennengelernt. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, daß sich alle Mühe und Geduld lohnt und sehr vieles machbar ist, von dem man anfangs nicht mal zu träumen wagte, allerdings sollte man seine Erwartungen an einen Sopron-Hund vor dem Hintergrund sehen, daß es zunächst vielleicht nur in Nanometerchen aufwärts geht - aber es geht ;-)

Es gibt viele Bilder, die einfach für sich sprechen - ich möchte niemanden erschrecken, daher sind die Fotos nicht unmittelbar hier eingestellt. Also bitte erst Luft holen und dann hier weiterblättern >>>

[Start] [Betti] [Bundás] [Gúnya] [Gúnyas Bilder] [Sopron] [Diverses] [Links] [Kontakt]